Welche Corona-Tests gibt es?

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie haben sich mehrere Testverfahren etabliert, mit denen geprüft werden kann, ob sich eine Person mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert hat oder hatte. Die verschiedenen Verfahren sind ein wertvolles Hilfsmittel zur Eindämmung und Erforschung der Pandemie. Mittlerweile werden in Deutschland 2,5 Millionen Tests pro Tag durchgeführt, von denen etwa 120.000 (Stand: 2.4.2021, ZDF) positiv sind.

Für alle Methoden liegen mittlerweile Schnelltests oder Tests für zu Hause vor, die das Verfahren beschleunigen und somit Testpersonen und Teststellen entlasten könnten.

Wer übernimmt die Kosten für den Corona-Test?

In vielen Fällen übernehmen die Krankenkassen die Kosten für einen Corona-Test; grob gesagt immer dann, wenn ein Patient offizielle Anweisung erhält, sich testen zu lassen, so zum Beispiel vom Arzt oder dem Gesundheitsamt. Die Abrechnung erfolgt über die Versichertenkarte Ihrer Krankenkasse. Lassen Sie sich allerdings auf eigenen Wunsch testen, müssen Sie selbst für die Kosten aufkommen.

·       PCR-Test:

o   Kostenpflichtig bei Testen auf eigenen Wunsch.

o   Kostenlos bei angeordneten Test (Arzt, Behörde)

·       Schnelltest (Antigen-Test):

o   Teststation: Einmal pro Woche kostenlos

o   Selbsttest: Keine Kostenübernahme

·       Antikörper-Test:

o   Kostenpflichtig bei Testen auf eigenen Wunsch.

o   Kostenlos bei angeordneten Test (Arzt, Behörde)

Die Regelungen können sich je nach Krankenversicherung und Bundesland unterscheiden.

Serologische vs. molekulare Untersuchung

Je nach Methode und was bei dem Test festgestellt werden soll, unterscheidet man zwischen serologisch-immunologischen und molekularen Untersuchungsmethoden.

Serologisch Untersuchung bei einer Coronavirus-Infektion

Serologische Tests sind besonders nützlich, um im Nachhinein Fälle von Infektionen zu erkennen, bei denen keine Symptome aufgetreten sind. Bei einer Infektion bildet das Immunsystem Antikörper gegen das Virus aus. Über diese Immunreaktion kann der Körper das Virus bekämpfen und schützt sich auch vor zukünftigen Infektionen. Zu den serologischen Untersuchungen - zu denen der Antikörper-Test gehört - wird das Blut auf Antikörper untersucht. Dies lässt Rückschlüsse auf eine bestimmte Erkrankung zu, da gezielt nach Antikörpern gesucht wird, die zur Bekämpfung eines Virus gebildet wurden, zum Beispiel zur Bekämpfung von SARS-CoV2. Bei einem seropositiven Probanden wurden Antikörper gegen ein bestimmtes Virus nachgewiesen. Ein positives Testresultat muss jedoch nicht bedeuten, dass der Proband aktuell krank ist oder jeweils krank war. Es bedeutet vor allem, dass eine Infektion in der Vergangenheit erfolgt ist.  

Molekulare Untersuchung zum Nachweis von SARS-CoV-2

Der PCR (Polymerase-Kettenreaktion)-Test ist der Goldstandard zum Nachweis von Coronaviren. Der Test dient vor allem dem Nachweis einer aktiven Infektionen bei bestehenden Symptomen. Im Gegensatz zum Antikörper-Tests wird bei dieser direkten Methode das Erbmaterial des Virus in vitro (=außerhalb eines Organismus) vervielfältigt.

Was ist der Unterschied zwischen Gene, Antigen und Antikörper?

Bei den unterschiedlichen Testmethoden werden verschiedene Virusbestandteile oder menschliche Proteine zur Erkennung einer SARS-CoV-2 Infektion herangezogen. Es ist daher wichtig zwischen Gen, Antigen und Antikörper zu unterscheiden, da sie im Körper verschiedene Funktionen und Aufgaben haben.

Welche Rolle spielen Gene bei der Corona-Pandemie?

Ein Gen ist ein DNA-Abschnitt (Desoxyribonukleinsäure), der Informationen zu einem Merkmal eines Virus oder einem Menschen trägt. es handelt sich demnach um den “Bauplan” eines lebenden Organismus. Aufgebaut sind Gene aus Nukleinsäureketten, die wiederum aus Nukleotiden bestehen. Normalerweise liegen die Erbinformationen in der DNA vor. Bei RNA-Viren - wie es das SARS-CoV-2 Virus ist - liegt diese in der RNA (Ribonukleinsäure) vor. Im Gegensatz zu DNA-Viren (zum Beispiel Herpesviren) braucht ein RNA-Virus eine sogenannte RNA-Polymerase, um sich in menschlichen Zellen zu vermehren. Dieses Enzym macht bei dieser Vermehrung mehr Fehler als die DNA-Polymerase der DNA-Viren. Deshalb verändern sich RNA-Viren schneller und bilden neue Varianten. Dieser Umstand erschwert die Herstellung eines Medikaments gegen das Virus.

Was ist ein Antigen?

Anders als man es vermuten würde, ist ein Antigen nicht das Gegenstück zu einem Gen oder ein “Gen” im herkömmlichen Sinn. “Antigen” beruht auf dem Wort “antibody-generating” und ist ein körperfremdes Protein, das die Bildung von Antikörpern im Körper hervorruft. Viren wie SARS-CoV-2 bestehen aus einer Vielzahl solcher Antigene.

Was sind Antikörper?

Das sind Proteine, die als Reaktion auf Antigene vom Körper gebildet werden und im Blut vorkommen. Jeder vom Körper gebildete Antikörper passt nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip nur auf ein Antigen.

Wie zuverlässig sind Corona-Tests?

Die Zuverlässigkeit und Genauigkeit eines Corona-Tests hängt immer auch von äußeren Einflüssen hat, so zum Beispiel, ob die Proben korrekt entnommen wurden und damit aussagekräftig sind. Der PCR-Test gilt als das am meisten aussagekräftige Verfahren, da mit ihm nachgewiesen werden kann, ob sich Erbmaterial des Virus in der untersuchten Probe befindet. Der Antigentest prüft eine Probe auf Eiweißrückstände des Virus, kann allerdings nicht zwischen den verschiedenen Corona-Viren unterscheiden.

Der Antikörpertest schließlich weist nach, ob sich Antikörper in einer Blutprobe befinden, die als Reaktion auf eine vergangene oder kürzlich zurückliegende Infektion gebildet worden sind. Damit ist dieser Test nicht geeignet, eine akute Infektion zu ermitteln. Um die Zuverlässigkeit eines Corona-Tests genauer zu beschreiben, wird zwischen Spezifizität und Sensitivität unterschieden. Diese Testeigenschaften sagen aus, wie gut ein Test zwischen einer infizierten und nicht-infizierten Person unterscheiden kann.

Was sind die Qualitätsmerkmale eines Corona-Tests?

Die Qualität und Aussagekraft eines Tests ist besonders wichtig, da es bei einem falschen Ergebnis zu schwerwiegenden Folgen für den Getesteten und seiner Umgebung kommen kann.

Zu den Merkmalen zählen:

·       Spezifizität: Sie gibt die prozentuelle Wahrscheinlichkeit an, ob ein Test eine gesunde Person auch tatsächlich als gesund diagnostiziert wird. Diese muss bei mehr als 98% liegen.

·       Sensitivität: Sie gibt die prozentuelle Wahrscheinlichkeit an, ob eine infizierte Person von dem Test als infiziert erkannt wird. Die Sensitivität muss bei mindestens 95% liegen.

·       Haltbarkeit: Dies ist besonders bei Schnelltests wichtig, und muss bei 18 Monaten liegen.

·       Geprüfte Eignung für Selbstgebrauch: Das ist ebenfalls ein Merkmal, das besonders bei Selbsttests zu beachten ist. Solche Tests müssen mit einer vierstelligen Nummer CE-zertifiziert sein.

Was bedeutet ein falsch-positiver Test?

Ein falsch-positiver Test liegt vor, wenn eine nicht-erkrankte Person positiv auf einen Erreger getestet wird. So ein Testergebnis kann für den Getesteten schlimme Folgen haben, da medizinische Maßnahmen (Medikamente) bei gesunden Menschen zu Komplikationen führen können und ggf. eine unnötige Quarantäne angeordnet wird,

Was bedeutet ein falsch-negativer Test?

Das ist, wenn eine Person negativ getestet wird, obwohl diese erkrankt ist. Solche Testresultate können verheerende Folgen für den Verlauf der Pandemie haben, da sie den Getesteten in falscher Sicherheit wiegen und andere im schlimmsten Fall angesteckt werden könnten. Auch für die Person selbst kann es lebensbedrohliche Folgen haben, wenn keine medizinischen Maßnahmen erfolgen.

Was ist ein PCR-Test?

Der PCR-Test liefert einen direkten Erregernachweis des Corona-Virus und gilt als der zuverlässigste Test. Der PCR-Test führt einen Genomnachweis durch, es wird also untersucht, ob sich Virus-Erbmaterial in der Probe befindet.

Wie wird er durchgeführt?

Die Probe für den PCR-Test wird mittels Abstrich aus dem tiefen Nasen- und/oder Rachenraum der Testperson entnommen und an ein für die Testung zugelassenes Labor übergeben. Dieses nimmt daran eine molekulare Analyse vor, die sogenannte Reverse-Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion (englisch: Polymerase chain reaction = PCR).

Dabei wird transkribierte DNA in mehreren Zyklen vervielfältigt (amplifiziert), bis der Erreger mittels einem fluoreszierenden Materials sichtbar gemacht werden kann und somit nachweisbar ist. Der CT-Wert (Cycle threshold) gibt dabei an, wie viele Zyklen nötig waren, um das Virus festzustellen. Umso höher der CT-Wert also ist, umso geringer war die Virusmenge in der Probe. Dann ist oft auch die Wahrscheinlichkeit der Ansteckung weiterer Personen geringer.

Wie lange dauert es bis zum Testergebnis?

Der PCR-Test dauert vier bis fünf Stunden, je nach der Kapazität des Labors liegt das Testergebnis meist innerhalb von 24 bis 48 Stunden vor. Das Verfahren ist zwar das zuverlässigste, dauert aber auch am längsten. Deshalb wird der PCR-Test vor allem bei Personen durchgeführt, die sich vorsorglich in Quarantäne begeben können, bis das Testergebnis vorliegt. Das können Patienten mit den typischen Covid-19-Symptomen sein oder Kontaktpersonen der Kategorie I. Auch vor einer geplanten OP kann ein solcher Test sinnvoll sein.

Was ist der Antigen-Test?

Der Antigentest ist weniger aufwendig, dafür aber ungenauer als der PCR-Test. Mit ihm wird eine Probe auf Eiweißfragmente des Virus getestet. Denn wie jedes Virus setzt sich auch SARS-CoV-2 aus verschiedenen körperfremden Virus-Proteinen (Antigenen) zusammen, die sich durch einen Antigentest nachweisen lassen.

Wie wird der Antigen-Test durchgeführt?

Auch für den Antigentest wird ein tiefer Nasen- und/oder Rachenabstrich benötigt, der anschließend auf einen Teststreifen aufgebracht wird. Nach ca. 15 - 30 Minuten zeigt dieser Teststreifen – ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest – das Ergebnis an: Ist nur der Kontrollstrich zu sehen, ist der Test negativ, erscheinen zwei Striche auf dem Streifen, ist er positiv ausgefallen. Der Test kann direkt in einer zugelassenen Stelle ausgewertet werden. Im Labor werden meist mehrere Proben einer Testreihe auf einmal untersucht.

Wie ist das Ergebnis eines Antigen-Tests verstehen?

Ist der Test negativ, bedeutet das nicht zwingend, dass die Testperson nie infiziert gewesen ist. Bei einer länger zurückliegenden Infektion scheidet man nur noch wenige Proteine (Antigene) aus. Diese geringen Mengen lassen sich dann mit einem Antigentest nur noch schwer nachweisen. Ist er positiv, könnte eine Infektion vorliegen. Da Antigenteste aber im Schnitt oft falsch-positiv sind, muss mit einem anschließenden PCR-Test überprüft werden, ob es sich wirklich um eine Infektion mit SARS-CoV-2 handelt.

Der Antigentest dient mehr zur „Vorsortierung“ von vermeintlich infizierten Personen vor einem PCR-Test und für Personen, die einen zeitnahen Nachweis benötigen, dass sie nicht akut ansteckend sind.

Was ist ein Antikörper-Test?

Mit einem Antikörpertest lassen sich Antikörper im Blut bestimmen, die das Immunsystem als Reaktion auf eine Infektion mit dem Corona-Virus gebildet hat. Dafür wird in einem dafür zugelassenen Labor mit den Testmethoden ELISA oder CLIA eine Blutprobe der Testperson untersucht.

Wann sollte man einen Antikörper-Test machen?

Da die Antikörper erst nach zwei bis vier Wochen nach Beginn der Symptome nachweisbar sind, ist dieser Test nicht dazu geeignet, eine akute Infektion zu ermitteln. Antikörpertests sind häufig ungenau. Zudem ist sich die Wissenschaft noch uneinig, ob Antikörper im Blut gleichbedeutend mit einer Immunität gegen SARS-CoV-2 sind.

Aus diesen Gründen hat der Antikörpertest für die Testpersonen eher informativen Charakter oder wird für Studien herangezogen, die die Entwicklung der Pandemie untersuchen.

Was ist ein variantenspezifischer PCR-Test?

Durch das Auftauchen der neuen Virusvarianten, ist es notwendig geworden die Proben auf Mutationen zu testen. Mit dem Varianten-PCR-Test lassen sich gezielt neuartige Mutationen des Corona-Virus nachweisen, so zum Beispiel die Mutationen der Varianten aus Großbritannien (B.1.1.7), Südafrika (B.1.351) und Brasilien (P1). Fällt ein PCR-Test auf das SARS-CoV-2 Virus positiv aus, kann ein Labor mit dem anschließenden Varianten-PCR-Test untersuchen, ob die Infektionen durch eine der drei sogenannten Variants of Concerns (VoCs) erfolgt ist.

Wieso ist der variatenspezifische PCR-Test wichtig?

Diese Differenzierung der Corona-Varianten kann dabei helfen, die weitere Ausbreitung der VoCs weltweit einzudämmen und Infektionsketten nachzuverfolgen. Auch unterscheiden sich die Therapieansätze bei Infektionen mit den verschiedenen SARS-CoV-2-Mutationen. Es ist beispielsweise anzunehmen, dass die Südafrika-Variante nicht gut auf Antikörpertherapien anschlägt, sodass der behandelnde Arzt von vorneherein einen anderen Therapieweg wählen kann.

Wie der PCR-Test analysiert auch der Varianten-PCR-Test eine Probe mittels Genomnachweis auf Virus-Erbmaterial, nur eben in diesem Fall auf das Erbmaterial der typischen Mutationen der VOCs. Als Alternative dazu kann zwar ein Next Generation Sequencing (NGS) gesehen werden. Hier wird ein SARS-CoV-2 Stamm auf alle möglichen Varianten hin untersucht, doch liegt bei dieser Analyse das Testergebnis erst nach ungefähr fünf Tagen vor. Der (Varianten)-PCR-Test hingegen benötigt eine reine Analysezeit von vier bis fünf Stunden, sodass man sehr zeitnah entsprechende Maßnahmen ergreifen kann. Darüber hinaus ist ein PCR-Test erheblich kostengünstiger als eine Sequenzierung und kann damit flächendeckender eingesetzt werden

Welche Corona-Selbsttests und Schnelltest gibt es?

Alle Testarten liegen mittlerweile auch als Schnelltest oder Tests-Kits vor, die ortsunabhängig ausgeführt werden können. Mittlerweile sind einige Schnelltests für zuhause und somit für den Privatgebrauch zugelassen. PCR-Tests sind nach wie vor nicht für zuhause zugelassen, aber das PCR Home Sampling erlaubt es die Probeentnahme zuhause zu machen und die Analyse von einem Labor machen zu lassen.

PCR Home Sampling - Eine Alternative zur Teststation

Der PCR Gurgeltest für zu Hause ist eine Möglichkeit, den PCR-Test mit einer selbstständigen Probeentnahme durchzuführen. Dabei gewinnt die Testperson die Probe durch Gurgeln einer Salzlösung, die sie anschließend zur Auswertung in ein Labor schickt. Innerhalb von 24 bis 48 Stunden steht dann das Ergebnis fest.

Antigenschnelltest - Der Antigentest zum Selbstgebrauch

Der Antigentest per se ist ein Schnelltest, da sein Ergebnis innerhalb von 15 - 30 Minuten vorliegt.


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