Corona Symptome: Was tun bei Verdacht auf Infektion?
Bei Husten oder Halsschmerzen denkt man schnell an COVID-19. Doch was ist in so einem Fall zu tun? Auf alle Fälle sollte schnell reagiert werden um sich selbst und andere nicht zu gefährden.
Wann treten die ersten Symptome auf?
Der Zeitpunkt der Infektion spielt für das Auftreten der ersten Symptome eine entscheidende Rolle. Die Zeit zwischen der eigentlichen Ansteckung und Symptombeginn wird als Inkubationszeit bezeichnet und liegt bei einer Corona-Infektion bei 5-6 Tagen. Sollte man zu einer Person Kontakt gehabt haben, die positiv getestet wurde, so ist es wichtig zu wissen, dass Infizierte schon 1-2 Tage vor Ausbruch der Krankheit eine hohe Viruslast haben können und somit oft schon ansteckend sind. Wie ansteckend ein Infizierter ist, hängt somit von der Viruslast ab.
Was sind die ersten Symptome?
Die ersten Symptome hat man in der Regel zwischen 5-6 Tage nach einer Infektion. Sie können jedoch auch erst 14 Tage danach in Erscheinung treten. Von Husten bis zum trockenen Hals und Abgeschlagenheit reichen die ersten Beschwerden. Eine Kombination von mindestens zwei der folgenden Symptome können ein erster Hinweis auf eine Infektion sein:
· Verlust von Geschmacks- oder Geruchssinn (Häufigkeit 64,4%)
· Trockener Husten (Häufigkeit 60,4%)
· Fieber (Häufigkeit 55,5%)
· Muskelschmerzen (Häufigkeit 44,6%)
· Kopfschmerzen (Häufigkeit 42,6%)
· Atembeschwerden (Häufigkeit 41,1%)
· Halsschmerzen (Häufigkeit 31,2%)
Niesen gehört - anders als behauptet - nicht zu den typischen Symptomen.
Welche untypischen Symptome kann eine SARS-CoV-2 Infektion verursachen?
Neben den bekannten Beschwerden klagen Infizierte über untypische Symptome, die nicht sofort auf eine Corona-Infektion zurückzuführen sind. Dazu gehören laut Mayo Clinic folgende:
· Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall und Übelkeit
· Hautveränderungen wie Rötungen auf der Haut
· Augenprobleme wie Rote Augen oder Bindehautentzündung
· Verwirrtheit, vor allem bei älteren Menschen
Was tun bei leichten Symptomen?
Sollten Sie erste Corona-Symptome haben, kann ein PCR-Test für Aufschluss sorgen. Sollte dieser positiv ausfallen, so ist es wichtig sich in häuslicher Isolierung zu begeben und ihren Arzt zu kontaktieren. Grundsätzlich gilt, dass Ihr Hausarzt Sie auch telefonisch krankschreiben kann. Bei leichten Symptomen sollten Sie einige Hygieneregeln beachten:
· Trinken Sie viel Wasser
· Selbstisolation zuhause. Bei einem Mehrpersonenhaushalt am besten in einem eigenen gut belüfteten Raum.
· Gemeinsam genutzte Räume zeitlich getrennt von anderen im Haushalt nutzen
· Halten Sie mind. 1,5 Meter Abstand und tragen Sie eine medizinische Maske, wenn eine räumliche Trennung nicht möglich ist
· Räume regelmäßig lüften
· Husten und nießen nur in Armbeuge oder Taschentuch
· Alle im Haushalt sollten regelmäßig ihre Hände waschen
· Handtücher nicht gemeinsam nutzen
· Desinfizieren sie Oberflächen regelmäßig
Beachten sie vor allem die Empfehlungen Ihres Hausarztes und der Behörden. Aktuelle Informationen erhalten sie unter der Corona-Hotline 116117.
Muss ich meinen Arbeitgeber verständigen?
SARS-CoV-2 Infektionen unterliegen der behördlichen Meldepflicht. Das Infektionsschutzgesetz greift, sobald Sie sich in einer Quarantäne befinden, die vom Gesundheitsamt angeordnet wurde. Zeigen Sie den behördlichen Bescheid über die Anordnung der Quarantäne Ihrem Arbeitgeber.
Soll ich Medikamente nehmen?
Medikamente sollte man nur einnehmen, wenn sie notwendig sind und nur in Absprache mit Arzt oder Apotheker. Diese können Sie dazu beraten, welches Medikament am besten geeignet ist. Auch sind Vorerkrankungen und Medikamente, die Sie bereits täglich einnehmen, wichtig zu beachten. Der Patientenservice und der ärztliche Bereitschaftsdienst kann Ihnen mehr Auskunft geben.
Wann sollte ich zum Arzt gehen?
In vielen Fällen erholen sich Infizierte mit milden Symptomen gut zuhause ohne Krankenhausaufenthalt. Jedoch in einem von 5-6 Fällen kann es zu einem schwereren Verlauf kommen, bei dem eine medizinische Behandlung nötig wird. In diesen Fällen hat sich der Virus vom Rachen Richtung Lunge ausgebreitet und löst im schlimmsten Fall eine Lungenentzündung aus. Zu den Symptomen zählen:
· Atemnot
· Brustschmerzen
· Husten
· Fieber
Bei 5% der Erkrankten sind die Symptome so schwerwiegend, dass ein Krankenhausaufenthalt nötig ist. Besonders gefährdet für einen schweren Verlauf sind laut Robert-Koch-Institut Menschen mit:
· Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. koronare Herzerkrankung, Bluthochdruck)
· Lungenerkrankungen (z. B. COPD, Asthma)
· Nieren- und Lebererkrankungen
· Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
· Patienten mit einer Krebserkrankung
· Patienten mit geschwächtem Immunsystem (z. B. Autoimmunkrankheiten, Cortison)
Ganz wichtig ist, dass Sie nicht direkt und ohne telefonische Absprache in die Arztpraxis gehen, da Sie andere anstecken könnten.
Wie lange dauert eine Quarantäne?
Das hängt davon ab, ob Sie infiziert sind oder nur Kontakt zu einer infizierten Person hatte. Aber grundsätzlich muss zwischen einer Quarantäne und einer Isolierung unterschieden werden. Beides geschieht unabhängig von der Schwere der Infektion, somit auch bei asymptomatischem Verlauf.
Was ist der Unterschied zwischen einer Quarantäne und einer häuslichen Isolierung?
Gemein haben beide Maßnahmen, dass Sie nur durch das Gesundheitsamt aufgehoben werden können und der Kontakt zu anderen Menschen unterbunden werden soll. Ein Unterschied liegt darin, wann die jeweilige Maßnahme angewendet wird.
· Quarantäne: Das ist eine Absonderung bei Verdacht, dass eine Person den Virus verbreiten könnte oder Kontakt zu einem Infizierten hatte. Dazu gehören auch Reiserückkehrer aus Risikogebieten oder Gebieten in denen die neuen Mutationen nachgewiesen worden sind. Bei Kontakt mit Infizierten wird eine Einschränkung von bis zu 20 Tagen empfohlen, auch bei Ausbleiben von Symptomen.
· Isolierung: Erfolgt bei Nachweis einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 z.B. durch einen PCR-Test. Diese kann je nach Verlauf im Krankenhaus oder zuhause verbracht werden. Die Länge der Isolierung dauert mindestens 14 Tage und wird vom jeweiligen Gesundheitsamt bestimmt.
Mit wem hatten Sie zuletzt Kontakt?
Sollten Sie sich mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 angesteckt haben und wurde dies durch einen PCR-Test bestätigt, ist es wichtig zu wissen, mit wem Sie in den letzten 14 Tagen Kontakt hatten. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfiehlt deshalb ein Corona-Kontakttagebuch, in dem Sie die Begegnungen schriftlich festhalten. Dadurch können nicht nur Infektionsketten unterbrochen werden, sondern auch die Infektionsquelle sowie weitere Corona-Infektionen verhindert werden. Informieren Sie auf jeden Fall Ihre Kontaktpersonen.
Vertrauenswürdige Links:
Quarantäne & Isolierung - BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Entlassungskriterien - RKI (Robert Koch Institut)
Erste Symptome - Mayo Clinic (English)
Ibuprofen bei Corona-Infektion erlaubt? - Apotheken-Umschau
Hinweis zum Corona-Virus - Patientenservice